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Kristina

Ratgeber: Tapeten

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Jeder wünscht sich ein Zuhause zum Wohlfühlen. Und gäbe es ein Rezept zur perfekten Raumgestaltung, wäre die Wandgestaltung neben den Möbeln die wichtigste Zutat. Denn mit ihr lassen sich in jedem Haus und jeder Wohnung, ob groß oder klein, ganz individuelle Statements setzen.
Die einfachste Möglichkeit, den Wänden einen neuen, kreativen und zugleich auch individuellen Look durch Farben und Muster zu verpassen sind Tapeten.
Wie’s funktioniert, clevere Tipps und alles, was man noch rund ums Tapezieren wissen sollte, erfährst du hier in unserem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

Warum Tapeten?

Am Anfang aller Renovierungsarbeiten steht, wie so häufig, die Frage nach dem 'Warum'? Warum überhaupt Tapeten und nicht bloß Wandfarbe?
Dies lässt sich ganz einfach mit der Gegenfrage: "Was möchte ich eigentlich?" beantworten. Wenn ich eine individuelle und kreative Gestaltung durch farbenfrohe Muster, Oberflächen mit verschiedenen Farben oder Fotomotive möchte, ist der Tapetenkauf nicht nur die schnellste, sondern wohl auch die effektivste Lösung.

Zudem verkleiden sie die "nackte" Wand und können so nicht nur für optische Wärme sorgen, sondern gleichzeitig auch als gestaltendes Stilelement im Raum fungieren. Denn je nach der Gestaltung und Couleur der Tapete, kann diese auch selbst einen Eycatcher im Raum darstellen. Farben können hingegen maßgeblich die empfundene Wärme im Raum verantworten.

Welche Tapetenarten gibt es?

Der Begriff Tapete stammt von dem lateinischen Begriff "tapetum" (Teppich) ab. Auf die Funktion bezogen sind sie also ein Wandteppich.
Generell besteht eine Tapete aus Zellulose, Kunststoff oder Glasgewebe, die mittels eines Klebers fixiert wird. Bereits in der Planung sollten wir überlegen, welche Tapete für unser Zuhause die richtige ist. Schließlich ist das Angebot von Vliestapeten, Mustertapeten und Co. groß.

Materialien

  • Raufasertapete

Charakteristisch für diese recht günstige Tapete ist ihre ungleichmäßig strukturierte Oberfläche. Einst als Dekorationspapier für Schaufenster eingesetzt, dient sie heute für diejenigen als Wandbelag, die es schlicht und praktisch mögen.

Eine Raufasertapete besteht aus drei Papierschichten, in die strukturbildende Holzpigmente eingearbeitet werden. Je nach Größe der Pigmente (Körnungsgrad) entsteht eine feine, mittel grobe und grobe Oberflächenstruktur.

Von der typischen Raufasertapete unterschieden wird die Vlies-Raufaser, die im trockenen Zustand auf die eingekleisterten Wände aufgetragen werden kann. Raufaser dient häufig auch als Untergrund für Wandfarbe, da sie mehrfach überstrichen werden kann. So können auf dem Untergrund auch immer wieder neue Farben die Wohnung aufhübschen. Zudem bleibt sie auch in Feucht- und Nassräumen reißfest und kann problemlos in jedem Raum eingesetzt werden.

Wichtigster Vorteil: Raufaser ist sehr kostengünstig und ferner hervorragend darin, kleinere Unebenheiten der Wand auszugleichen. Aus diesen Gründen ist die picklige Raufaser auch oft in Mietwohnungen anzutreffen, denn das flächendeckende Verspachteln der Wände wäre wesentlich aufwendiger.

  • Papiertapete

Papiertapeten bestehen oft aus zwei Schichten von bedrucktem Recyclingpapier und benötigen nur eine recht kurze Einweichzeit von ca. 3-5 Minuten. Zudem zeichnen sie sich durch ihre Umweltfreundlichkeit, der Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung und Lichtbeständigkeit aus. Besonders für Tapezier-Anfänger ist eine solche Papiertapete eine gute Einstiegsmöglichkeit.

Erhältlich sind sie daneben auch als Relieftapeten und werden in diesem Verfahren gleichzeitig bedruckt und geprägt.

  • Vliestapete

Vlies ist ein glattes und reißfestes Fasermaterial, das sich weder ausdehnt noch zusammenzieht. Das Vlies besteht aus Textil- und Zellulosefasern. Vliestapeten erfreuen sich steigender Beliebtheit, da sie sehr leicht zu verarbeiten sind. Sie werden ohne Einweichzeit im trockenen Zustand auf die eingekleisterte Wand aufgetragen und überstehende Ränder einfach abgeschnitten. Tapeten aus Vlies gibt es außerdem in vielzähligen Designs, individuellen Motiven und Farben. Das Anbringen einer Vliestapete sollte bestmöglich mit Vliestapetenkleister erfolgen. Dieser kann gleich beim Kauf der Vliestapete im Baumarkt mitbesorgt werden.

Vliestapeten eignen sich zudem auch gut fürs Kinderzimmer, da das Tapezieren mit einer Vliestapete recht schnell geht und die Kids nicht so lange warten müssen, um wieder ins Zimmer zu dürfen. Ferner kann die Wand leicht gereinigt werden, da eine Vliestapete oft auch scheuerfest ist.

Weitere Vorteile: Mit einer Vliestapete lassen sich kleine Risse an der Wand sehr gut abdecken. Ferner sind sie dank des Vlies wasser- und dampfbeständig, weshalb sie sich ideal für die Küche oder das Bad eignen. Steht ein Tapetenwechsel an, lässt sich eine Vliestapete bei fachgerechter Montage wieder in einem Stück entfernen.

Abschließend soll noch eine Frage geklärt werden, nämlich, ob sich eine Vliestapete bei Bedarf überstreichen lässt. Abhängig ist dies davon, ob die Vliestapete mit einer Kunststoffbeschichtung überzogen ist. Ist das der Fall, bleiben auf der Vliestapete keine Farben haften. Besteht also die Möglichkeit, dass die Vliestapete irgendwann mal überstrichen werden soll, ist es auf jeden Fall wichtig, bereits beim Kauf der Vliestapete diesen Aspekt zu beachten.

  • Textiltapete

Bei einer solchen wird Textilgewebe auf eine Papier- oder Vliestapete mittels kreuzenden Fäden oder textilen Kettfäden eingearbeitet (kaschiert). Dieses können Naturstoffe aus Baumwolle, Hanf, Seide, Jute, Sisal oder Leinen sein. Das Anbringen ist aufwändiger und erfolgt mit einem Spezialkleber. Hier kann es sinnvoll sein einen Fachmann zu beauftragen, der mit Spezialwerkzeug auf schwierige Stellen wie Decken- und Wandanschlüsse sowie Stoßkanten eingeht.

Textiltapeten lohnen sich dennoch, denn sie sind hochwertig, veredeln den Raum und sorgen so für mehr Wohnlichkeit. Eine Reinigung ist derweil meist einfach per Staubsauger, Schwamm oder Tuch durchführbar.

  • Seidentapete

Eine echte Seidentapete ist eine Textiltapete, die mit Seidenstoff bzw. Seidenfäden auf eine Papierbahn kaschiert wird. Die Muster und Farben einer solchen zeigen häufig einen orientalischen Look und wirken sehr edel und anmutig. Einige Seidentapeten werden per Hand mit Mustern verziert und kosten sehr viel mehr als Mischformen oder andere textile Tapetenformen.

Das Anbringen von Seidentapeten erfordert sehr viel Erfahrung, da auf die sensible Oberfläche auf keinen Fall Kleister oder Schmutz gelangen darf und sollte einem Fachmann überlassen werden.

  • Vinyltapete

Vinyltapete besteht aus Polyvinylchlorid (PVC) und einem Papierträger. Perfekt also für Küchen, Bäder, Keller oder auch höher beanspruchte Bereiche wie Flure. Denn diese ist noch robuster als Vlies und somit scheuer- und wasserfest, kaum kaputt zu bekommen, schwer entflammbar und nicht atmungsaktiv.

Erhältlich sind Vinyltapeten entweder mit einer Oberfläche als Strukturvinyl oder Glattvinyl. Auch Tapezier-Anfänger haben hier ähnlich wie bei der Variante aus Vlies ihre Freude daran, denn eine Vinyltapete kann im trockenen Zustand auf die eingekleisterte Wand gebracht werden.

Tipp: Beim Einkauf auf das RAL-Siegel achten, damit ist sichergestellt, dass die Tapete gesundheitlich unbedenklich ist.

  • Tapete aus Lederimitat

Der Ursprung der heutigen Ledertapeten entstammt der Zeit des Barocks, in der diese Art der Wandverkleidung eine beliebte Möglichkeit der Wandverkleidung darstellte. Von Spanien über Frankreich und Italien wurden sie nach Deutschland eingeführt. Heute werden Tapeten aus Lederimitat hergestellt, die als ein recht spezieller, teurer und exklusiver Wandschmuck angesehen werden.

  • Metalltapete

Metalltapete ist die etwas exklusivere und teurere Variante. Die jeweiligen Muster und Motive werden aus einer dünn gewalzten Metallfolie (Metallplatten) gefertigt und auf einem Träger aus Papier oder Vlies fixiert. Als Metall wird hierbei überwiegend Aluminium verwendet.

Schöne Ergebnisse lassen sich durch zusätzliche Farbaufdrucke, die teilweise auch per Hand aufgetragen werden, erreichen. Laut dem Deutschen Tapeten-Institut können zudem optische Effekte durch einen lasierenden Farbüberzug oder dem Ätzen und Oxidieren erzielt werden.

Achtung: Metall ist elektrisch leitend. Die Tapezierarbeiten und Untergrundvorbereitungen erfordern daher spezielle Vorkehrungen (Strom und Steckdosen ausschalten, Metallelemente an den Stromquellen sorgfältig ausschneiden, etc.) und sollten nur von einem Fachmann mit viel Erfahrung durchgeführt werden.

Motive

  • Mustertapete

Mustertapeten werden in der Regel aus Papier oder Vlies hergestellt und mit einem aufgedruckten Muster versehen. Das Muster erstreckt sich dabei als Einheit über die gesamte Wand und in regelmäßigen Abständen wiederholt es sich als Rapport. Damit die Abbildungen gut zur Geltung kommen und ein einheitliches Bild entstehen kann, muss ein individueller Zuschnitt erfolgen. Zu beachten ist daher die Verschnittmenge, die auf der Verpackung der Tapete angegeben wird.

  • Fototapeten

Fototapeten bestehen aus mehreren Tapetenbahnen, die aneinandergefügt ein großflächiges Fotomotiv ergeben. Die Basis bildet ein Untergrund aus Vlies oder Papier, das dank digitaler Drucktechnik mit jedem beliebigen Fotomotiv bedruckt werden kann. Geeignet ist diese Tapetenart für jeden Raum und gestaltet je nach Motiv einen richtig schicken Hingucker. Besonders gut zur Geltung kommen sie in großen Räumen mit reduziertem und schlichtem Mobiliar. Sogar private Bilder mit entsprechender Auflösung können bereits als individuelle Wandgestaltung bestellt werden.

  • Strukturtapete

Strukturtapeten verfügen über eine reliefartige, spürbare Oberflächenstruktur und werden daher häufig auch als Relieftapeten bezeichnet. Unterschieden werden die Strukturvinyltapete und die Strukturtapete auf einem Vliesträger. Die Basis des Tapetenrückens besteht somit entweder aus Vlies oder Papier. Der charakteristische Vorteil von Strukturtapete ist, dass sie über eine hohe Wasch- und Lichtbeständigkeit verfügt. Die unebene Tapetenoberfläche gestaltet die Wand optisch besonders lebhaft und interessant.

  • Retro-Tapete

Retro-Tapeten bringen das Flair der 50er bis 70er Jahre zurück. Bedruckt mit typischen Mustern, Farben und grafischen Designs der vergangenen Zeiten verbreiten sie einen hippen Charme.

Wo kann ich Tapeten kaufen?

Tapeten zu besorgen, ist kinderleicht. Mittlerweile gibt es sie in fast jedem Baumarkt und natürlich im Tapetenfachhandel. Alternativ sind sie auch in Online-Shops bestellbar. Diese und weitere Experten rund ums Thema findest du beispielsweise hier.

Kleiner Tipp: Werden mehrere Exemplare gefunden, die gefallen, steht meist eine nicht sehr leichte Entscheidung an. Diese sollte nicht übereilt getroffen werden. Frage daher nach, ob die Gewünschten reservierbar sind und lass dir eine Probe deiner Favoriten mitgeben. Halte sie zu Hause an die Wand und entscheide Dich erst dann. Wichtig ist, dass die Optik zu den Farben und Formen deiner Einrichtung passt und dir auch auf den zweiten Blick immer noch gefällt. In vielen Geschäften sind Tapetenrollen für eine gewisse Zeit reservierbar, weshalb man keine Angst haben muss, dass diese nach der Entscheidung weg sind.

Eine gewisse Vorlaufzeit vor dem Tapezieren ist also notwendig, um einerseits schicke Tapeten zu finden. Andererseits falls diese nicht direkt mitnehmbar sind, sondern erst auf Anfrage bestellbar sein sollten.

Tapezieren – so funktioniert’s

Der Vorgang bei der Verarbeitung von Tapeten lässt sich nicht komplett pauschalisieren, denn wie bereits oben bei den genannten Tapetenarten auffällt, hat jede Tapete ihre Eigenart. Dennoch sollen an dieser Stelle ein paar Basics erläutert werden.

Tapetenbedarf berechnen

Der Bedarf an Tapetenrollen wird anhand der Raumproportionen (Raumumfang und Raumhöhe) berechnet.
Das Standardmaß einer Euro-Tapete beträgt 0,53 x 10,05 Meter (Breite x Höhe).
Eine Möglichkeit zur Berechnung ist folgende Formel: (Raumumfang x Raumhöhe) / 5 = Anzahl der benötigten Tapetenrollen.

Zur Raumhöhe sollten übrigens generell 5 cm hinzugerechnet werden, um etwas mehr Spielraum beim Zuschneiden zu erhalten.
Diese Formel ist praktisch, da sie auch genutzt werden kann, wenn die Tapetenmaße nicht der Euro-Norm entsprechen.

Zusätzlich gibt es Bedarfstabellen, an denen das benötigte Material anhand des Raumumfangs und der Raumhöhe ablesbar ist. Oder du nutzt den Bedarfsrechner des Deutschen Tapeten-Instituts. Bei diesem beachte bitte, dass die Euro-Standard-Norm vorausgesetzt wird.

Bei Mustertapeten mit Rapport muss der Verschnitt zusätzlich in den Tapetenbedarf eingerechnet werden.

Und warum ist es wichtig, den Bedarf vor dem Renovieren zu berechnen?
Tapeten werden in verschiedenen Produktionsdurchläufen gefertigt. Bei den Durchläufen kann es zu Differenzen bezügliche der Farben oder Strukturen kommen, die auf der Wand sichtbar werden und unschön aussehen. Um dies zu vermeiden, haben Tapeten eine Anfertigungs- bzw. Chargennummer, die angibt, aus welcher Produktion die Tapetenrolle entstammt. Achte beim Kauf darauf, dass ausreichend Tapetenrollen gekauft werden, die die gleiche Anfertigungsnummer haben. Es kann nämlich sein, dass bei einem Nachkauf nur noch Nachfolgeproduktionen erhältlich sind. Sollten am Ende doch ganze Rollen übrig bleiben, können sie in vielen Geschäften meist innerhalb der Umtauschzeit zurückgegeben werden. Hierzu müssen sie allerdings wie beim Kauf noch eingeschweißt sein.

Raumumfang berechnen
Der Raumumfang berechnet sich aus der Addition der Länge aller Einzelwände. Fenster- und Türflächen werden als Wandfläche mitberechnet, sie sorgen zusätzlich für einen Puffer bei der Verschnittzugabe. Es sei denn, es sind großflächige Fensterfronten, da benötigt ihr natürlich deutlich weniger Material.

Untergrundvorbereitung der Wand – Vor dem Tapezieren

Damit alles an der Wand hält, sich nicht verzieht und keine unschönen Blasen, Hubbel oder ähnliches unter der Tapete entstehen, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung der Wand.

Die Wandoberfläche sollte trocken, glatt, sauber und saugfähig sein. Sind bereits Tapeten an der Wand, sollten diese rückstandsfrei entfernt werden. Der Grund: Der Kleister, der durch das Befestigen der neuen Tapeten aufgetragen wird, kann diejenigen im Untergrund von der Wand lösen und sie anlösen. (Bei Bedarf können auch professionelle Dampfgeräte aus dem Baumarkt weiterhelfen.)

Und so geht’s:

  1. Warmes Leitungswasser mit etwas Spülmittel vermischen. Den Bereich unterhalb der Wand mit Folie oder Handtüchern auslegen um Verschmutzungen zu vermeiden. Müllsäcke für die Tapetenreste bereitlegen.
  2. Die warme Waschlauge mit einem dicken Malerquast auf die bereits tapezierte Wand auftragen und einweichen lassen. Bei wasserabweisenden Latexbeschichtungen vorher einen sogenannten Tapetenigel verwenden oder den Grund mit einem Spachtel vorsichtig einritzen. Nur so kann die Lauge in die Tapete einziehen. (Bei ganz hartnäckigen Tapeten können auch Dampf-Tapetenablöser aus dem Baumarkt weiterhelfen.)
  3. Die eingeweichte Tapete mit einem Spachtel vorsichtig lösen und abnehmen, ohne die Wand zu beschädigen.
  4. Die Grundierung: Ist die Saugfähigkeit des Untergrunds zu schwach oder zu stark, sprich nicht ideal, muss eine Grundierung auf die Wand. Testen kann man dies mit etwas Wasser, das auf die Wand aufgetragen wird. Zieht das Wasser langsam ein, ist es ideal. Perlt es ab, ohne einzuziehen, ist die Wand zu schwach, um eine Tapete dauerhaft anzuziehen. Wird die Wand sofort dunkel, ist sie zu stark.

Welche Grundierung eingesetzt werden sollte, hängt vom Wandmaterial ab. Eine Beratung vom Fachmann oder im Baumarkt gibt Aufschluss.

  1. Auch beim Auftragen der Grundierung gilt, dass die Wand trocken, glatt, sauber und staubfrei sein muss. Ist der Untergrund zu saugstark, reicht es in der Regel, den Grund mit etwas Kleister vorzukleistern.

Hier eine Checkliste was zur Wandvorbereitung benötigt wird:

  • Spülmittel und Wasser
  • Bodenschutz (Folie oder Handtücher) sowie Müllsäcke
  • ggf. Tapetenlöser/Tapetenigel
  • Spachtel
  • Malerquast oder Sprühflasche
  • ggf. Grundierung


Wie werden die Tapetenbahnen zugeschnitten?
Das Zurechtschneiden der Tapetenrolle ist nicht schwer, wenn ein paar Dinge beachtet werden.
Folgendes wird benötigt:

  • Tapeziertisch
  • Schere oder Tapeziermesser
  • Bleistift
  • Tapetenrollen

Zunächst den Fußboden mit Zeitungspapier oder einer Folie zum Schutz abdecken. Anschließend den Tapeziertisch aufstellen. Generell muss beim Zuschneiden zwischen Mustertapeten mit Rapport und "normalen" Tapeten ohne Muster unterschieden werden.
Unter Rapport versteht man dabei ein wiederkehrendes Muster. Der Rapport bestimmt mit welchem Versatz die Tapetenbahnen aneinander geklebt werden müssen, damit ein einheitliches Wandbild entsteht.

Tapeten ohne Musterrapport können ohne zusätzlich einzukalkulierenden Verschnitt verarbeitet werden.

  1. Die Tapetenrolle mit der Rückseite nach oben auf dem sauberen Tisch ausrollen.
  2. Addiere zu der benötigten Bahnlänge 4-5 cm hinzu und markiere die Abschnittstelle mit einem geraden, waagerechten Bleistiftstrich. Nun abschneiden.
  3. Um später eine einheitliche Struktur zu erhalten, die obere Tapetenhälfte mit einem Pfeil nach oben markieren.
  4. Die weiteren Bahnen für die Wand zurechtschneiden.

Tapeten mit Rapport werden mit Verschnitt zugeschnitten.

  1. Die richtige Verschnitt-Menge auf dem Etikett der Tapetenverpackung herausfinden.
  2. Zur benötigten Bahnlänge 4-5 Zentimeter hinzurechnen.
  3. Erste Bahn zuschneiden, ein Pfeil mit Bleistift (zum Markieren der oberen Hälfte) rückseitig aufmalen und nummerieren.
  4. Die erste Tapetenbahn mit dem Muster nach oben auf dem Tisch liegen lassen und die zweite Bahn an der Längsseite der ersten Bahn anlegen. Muster kontrollieren. Zweite Bahn zuschneiden und nummerieren.
  5. Die weiteren Bahnen zuschneiden, anhand der vorherigen Bahn kontrollieren und nummerieren.

Einkleistern (gilt nicht für Vinyl- und Vliestapete):
Hierbei wird folgendes benötigt:

  • Eimer für den Kleister
  • Malerquast
  • Tapete

Nachdem die einzelnen Bahnen zurechtgeschnitten wurden, sind die Rückseiten der Bahnen mit einem Quast einzukleistern. Hierbei von der Mitte aus beginnen und zu den Enden und Seiten vorarbeiten. Beachte, dass die Ränder ausreichend Kleister abbekommen, damit sie sich später nicht von der Wand lösen.
Die einzelnen Bahnen nun zum Einweichen zusammenlegen. Hierzu das obere Ende zu 2/3 und das untere Ende um 1/3 zur Mitte hin einklappen. Die Längskanten übereinander legen, damit sie nicht woanders festkleben. Anschließen die eingeklappten Enden aufeinanderlegen und die Tapete 10-15 Minuten zum Einweichen an einen sauberen Ort beiseitelegen.


Tapeten an die Wand anbringen
Nach der Weichzeit kann mit dem Anbringen der Tapeten begonnen werden.
Die Grundregel lautet: Immer vom Licht (Fenster) weg tapezieren!

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, die in der Beschaffenheit der Tapeten begründet werden:

  • das Anbringen an der trockenen Wand mit eingekleisterten Tapeten
  • das Anbringen an der eingekleisterten Wand mit trockenen Vinyl- und Vliestapeten

Zunächst mit einem Lot einen exakt senkrechten Bleistiftstrich an der Wandseite ziehen. Bitte nur Bleistifte benutzen, da der Strich ansonsten durch durchschimmern kann.

Das Anbringen mit eingekleisterten Tapeten funktioniert so:

  1. Wand sehr dünn einkleistern.
  2. Erste Tapetenbahn mit der Pfeilspitze nach oben an der Bleistiftlinie mit beiden Händen ansetzen und andrücken. Dabei bitte die beim Zuschneiden gelassenen Überstände berücksichtigen und die Bahn etwas höher an der Decke ansetzen.
  3. Die Bahn an der Markierungslinie senkrecht nach unten entfalten.
  4. Mit einer Moosgummirolle oder Tapezierbürste von der Mitte zu den Seiten fixieren und größere Luftlöcher herausbürsten. Kleinere Luftlöcher legen sich meist noch während des Trocknungsprozesses an.
  5. Anschließend die Überstände entfernen. Hierzu vorsichtig über den Überstand mit einer Schere an den Deckenkanten entlangfahren, die Tapetenbahn wieder etwas abziehen, die Reste an dem entstehenden Knick abschneiden und die restliche Tapete wieder andrücken. Alternativ können eine Tapetenschiene und ein scharfes Cuttermesser verwendet werden.
  6. Mit einem feuchten Lappen können überstehende Kleisterreste vorsichtig entfernt werden.
  7. Die restlichen Bahnen wie beschrieben anbringen – fertig!

Kleiner Tipp: Die Tapetenränder mit einem Nahtroller überarbeiten. So können sich die Ränder nur schwer wieder ablösen.

Das Anbringen von trockenen Tapetenbahnen ist am einfachsten.
Hierzu eignen sich jedoch nur welche aus Vinyl oder Vlies.
Die einzelnen Bahnen müssen lediglich zugeschnitten werden und können anschließend an die eingekleisterte Wand angebracht werden.

  1. Kleister mit einer Kleisterrolle oder einem Quast gleichmäßig und großzügig auf die Wand auftragen.
  2. Ecken ggf. mit einem Pinsel einkleistern.
  3. Die Tapetenbahn mit dem Pfeil nach oben an der Markierungslinie anlegen und nach unten abrollen.
  4. Mit einer Moosgummirolle von der Mitte zu den Seiten streichen und größere Luftlöcher herausbürsten.
  5. Anschließend die Überstände entfernen. Hierzu vorsichtig über den Überstand mit einer Schere an den Deckenkanten entlangfahren, die Tapete wieder etwas abziehen, die Reste an dem entstehenden Knick abschneiden und die restliche Tapete wieder andrücken. Alternativ können eine Tapetenschiene und ein scharfes Cuttermesser verwendet werden.
  6. Ränder mit einem Nahtroller überarbeiten und Kleisterreste mit einem feuchten Lappen entfernen.
  7. Die restlichen Bahnen wie beschrieben anbringen – fertig!

Eine visuelle Step-by-Step-Videoanleitung findest du hier .

Der Trocknungsprozess – was ist zu beachten?

Tapeten an der Wand? Dann geht’s ans Trocknen!
Der Trocknungsprozess benötigt Zeit und darf auf keinen Fall durch einen Föhn, etc. künstlich verkürzt werden. Der Grund: Der Trocknungsvorgang verläuft ungleichmäßig. Die Folgen können Risse, weitere Blasen oder ungerade, verzogene Bahnen sein.

Die optimale Raumtemperatur zum Trocknen sind 20 Grad.
Auch wenn die Lufttemperatur durch das Renovieren hoch ist und es im Zimmer stickig ist, sollte selbst das Öffnen von Fenstern vermieden werden.

Ideen und Inspirationen für Tapeten

Durch die diversen Auswahlmöglichkeiten wird der eigene Geschmack und Stil schnell vernachlässigt. Bevor du losgehst, nehme dir ein wenig Zeit! Sammle Inspirationen und finde heraus, in welche Stilrichtung es gehen soll, welche Farben oder Muster du bevorzugst. Hier findest du die schönsten Impressionen und Wohnideen rund ums Thema.

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