Menü
Kristina

Ratgeber: Fliesen

9

Fliesen sind seit 4000 Jahren ein bekannter Werkstoff für unterschiedliche Nutzungsarten. Ob für Wand, Boden oder auch Hausfassade, die Einsatzbereiche sind vielfältig. Fliesen durchlebten in der Vergangenheit diverse Trends als klassischer Terrakottaboden, Mosaikfliesen, ornamentale Zementfliese oder als Metrofliese. Variationen ergeben sich insbesondere auch aus Format, Fugenbreite und Fliesentyp. Hygienisch, pflegeleicht und raumgestaltend – Fliesen können viel.

Inhaltsverzeichnis

Fliesen – Die Vor- und Nachteile

Ob Boden- oder Wandfliesen, der wohl größte Vorteil von Fliesen ist, dass ihnen weder Dreck noch Wasser nachhaltig schaden. Verschmutzte Fliesen können problemlos gereinigt werden, ohne dass die Oberfläche beschädigt wird. Fliesen haben somit in dieser Hinsicht eine beachtliche Lebensdauer, wodurch verhindert werden kann, dass alle paar Jahre renoviert werden muss. Dies macht Fliesen zu einem nachhaltigen Werkstoff.
Neben dem Aspekt der Hygiene und der pflegeleichten Handhabung können Fliesen in jeder Wunschfarbe hergestellt werden. Kleine Räume profitieren dabei besonders von hellen Fliesen, sie wirken optisch vergrößert. Dunkle Fliesen wirken hingegen optisch wärmer und wohnlicher. Auch Muster und Motive sind kein Problem bei der Umsetzung. Fliesen an sich sind zudem in allen Preisklassen erhältlich und somit für jeden Geldbeutel ein erschwinglicher Wand- und Bodenbelag.

Ein Nachteil beim Einsatz von Fliesen ist die Kühle des Materials selbst – sofern nicht mit einer Bodenheizung nachgeholfen wird. Mit Teppichen kann schnell Abhilfe geleistet werden. Zusätzlich muss beachtet werden, dass kaputte bzw. gesprungene Fliesen nur mit Aufwand ausgetauscht werden können. Feuchtigkeit kann an diesen Stellen eindringen und den Bodenbelag nachhaltig schädigen.

Fliesenarten

Nicht jede Fliese ist für jeden Einsatzort geeignet. Es gibt Unterschiede in der Materialzusammensetzung, der Widerstandsfähigkeit (Abriebgruppen) und der Temperaturwechselbeständigkeit ( z.B. Frostbeständigkeit). Ferner ist auch die Rutschhemmklasse ein nicht unwesentliches Detail. Generell gilt, je poröser die Oberfläche, desto höher die Wasseraufnahme und weniger frostbeständig die Fliese.
Grundsätzlich lassen sich Fliesen unterscheiden in:

Keramikfliesen
Fliesen aus Keramik lassen sich unterscheiden in Feinsteinzeug-, Steingut- und Steinzeugfliesen.
Der grundsätzliche Unterschied zwischen diesen besteht in der Höhe der Wasseraufnahme.

  • Steinzeugfliesen

Steinzeugfliesen können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden. Nach dem Brennvorgang weisen sie nur eine sehr geringe Wasseraufnahme auf, was sie frostbeständig macht. Zudem ist Steinzeug sehr strapazierfähig und schmutzresistent. Glasiert sind Steinzeugfliesen der klassische Bodenbelag, wie wir ihn kennen. Sie eignen sich sehr gut für besonders beanspruchte Bereiche, da die Oberfläche hoch verdichtet durch die Glasur geschlossen wird. Mögliche Einsatzbereiche sind daher im Außenbereich als Terrassenbelag für den Treppenaufgang, die Garage oder den Wintergarten. Im Innenbereich kann es ebenfalls bedenkenlos eingesetzt werden, zum Beispiel in der Küche.

  • Steingutfliesen

Aufgrund ihrer oft glasierten und im Vergleich porösen Oberfläche eignen sich Steingutfliesen nicht zum Einsatz im Außenbereich, dafür aber umso besser als Wandbelag im Innenbereich. Die Fliesen sind leicht zu bearbeiten, was zu den Vorteilen gehört.

  • Feinsteinzeugfliesen

Als Allround-Talent unter den Fliesen gelten Feinsteinzeugfliesen. Feinsteinzeug ist sehr belastbar, strapazierfähig, pflegeleicht, wasserabweisend und dadurch frostbeständig. Sprich: Das Material eignet sich für den Innen- und den Außenbereich sowohl als Wandfliesen wie auch als Bodenfliesen. Erhältlich sind diese Fliesen im unglasierten, glasierten oder polierten Zustand. Die vorteilhaften Eigenschaften dieser Fliesenart ermöglichen eine vielseitige Bearbeitung der Oberfläche, sodass verschiedenste Dekore sowie Optiken in Holz- oder Steinoptik möglich sind.

Der Unterschied zwischen Steinzeug und Feinsteinzeug liegt in der Wasseraufnahme. Feinsteinzeug nimmt mit unter 0,5 Prozent weniger Wasser auf als Steinzeugfliesen, bei denen die Aufnahme bis zu 3,0 Prozent betragen kann. Beide Fliesenarten weisen somit eine niedrige Porosität auf, die bei Feinsteinzeug jedoch, aufgrund der geringeren Wasseraufnahme zu einer etwas höheren Bruchfestigkeit führt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Feinsteinzeugfliesen durchgefärbt sind, was kleine Abplatzer in der Oberfläche fast unsichtbar werden lässt. Durchgefärbt bedeutet hierbei, dass die Farbe der Oberfläche gleich der im Inneren ist.

Natursteinfliesen
Naturstein schafft eine natürliche Optik. Das Material, das in Steinbrüchen abgebaut wird, verleiht der Einrichtung einen individuellen Look. Denn durch die Wettereinflüsse, denen das Material in der Natur ausgesetzt ist, erhält der Stein eine individuelle Farbgebung und Maserung. Aus diesem Grund wird Naturstein eher in den Bereich der Luxusgüter eingeordnet. In der Anschaffung zwar etwas teurer als Keramikfliesen, relativiert die lange Lebensdauer der Natursteinfliesen den erhöhten Preis.

Im Gegenzug zu den obigen Fliesentypen sind Fliesen aus Naturstein je nach Art pflegeintensiver und müssen teilweise imprägniert werden. Hier sollte unbedingt nach entsprechenden Reinigungshinweisen gefragt werden. Populär unter den Natursteinen sind Granitfliesen, Marmorfliesen, Schiefer- und Quarzfliesen.

Tipp: Die Bezeichnung Natursteinfliese bedeutet nicht automatisch, dass diese kalibriert ist. Kalibrierung bezeichnet in diesem Falle die Nachbearbeitung der produktionsbedingten Maßtoleranzen, so dass nur Toleranzen von weniger als 0,5 Millimeter auftreten. Dies hat Auswirkungen auf die Fugen, die bei weniger Toleranz schmaler ausgeführt werden können. Also unbedingt beim Kauf darauf achten, wenn ein sehr schmales Fugenbild gewünscht ist. Daneben sollten zur Entscheidungsfindung unbedingt die grundsätzlichen Unterschiede, physikalischen Eigenschaften und Anwendungsbereiche der Natursteintypen zu Rate gezogen werden.

Zementfliesen
Fiesen aus Zement besitzen eine lange Tradition. Eingesetzt wurden sie in der Vergangenheit viel im Mittelmeerraum, werden aber auch bei uns mittlerweile zum Trend. Einerseits bei der Renovierung von historischen Altbauten, andererseits als aufmerksamkeitsstarker Kontrast zu modernen Küchen und Bädern. Zementfliesen funktionieren als individuelles Gestaltungselement sowohl auf dem Boden als auch an der Wand sehr gut. Nahezu nbegrenzte Motivgestaltung, Farbe und Auswahl sind Vorteile dieser Fliesen. Sie sind nur begrenzt frostsicher, daher sollte der Einsatz sich auf den Innenraum konzentrieren.

Attraktiv: Zementfliesen bilden nach langem Gebrauch eine schöne Patina, können jedoch auch abgeschliffen und wieder aufgearbeitet werden.

Glasfliesen
Fliesen aus Glas zeichnen sich durch eine Vielzahl an Farben und Formen aus. Das pflegeleichte Material kann hierbei für glänzende Lichtreflexionen sorgen, die auch fliesenfreie Wandbereiche verschönern. Auch Allergiker profitieren von den hygienischen Eigenschaften der geschlossenen Oberfläche des Werkstoffs.

Besonders beliebt sind Glasfliesen in der Form von kleinen Mosaiksteinen, die Akzente als farbenfrohe Bordüre setzen oder auf der ganzen Wand als Wandgestaltung eingesetzt werden können. Auch – zum Beispiel rückseitig – bedruckte Fliesen können als Gestaltungselement genutzt werden.

Fliesen in Holzoptik
Sie sehen aus wie Holz sind es aber nicht: Fliesen in Holzoptik wirken wohnlich wie Parkett, werden aber aus Feinsteinzeug gefertigt. Die teilweise sogar frostfesten Fliesen ermöglichen, dass das Haus samt Terrasse durchgängig in der Optik des natürlichen Werkstoffs gestaltet werden kann. Die dreidimensionale Imitation der Holzmaserung und Farbgebung wirkt optisch wohnlich und sorgt für diffuse Licht- und Schattenreflexe. Fliesen in Holzoptik als Bodenfliesen kombinieren somit eine natürliche Optik mit den Nutzungsvorteilen einer Keramikfliese.

Abriebgruppen

Jede Fliesenart wird in eine Abriebgruppe eingeordnet. Diese gibt an, wie beständig das Fliesenmaterial ist und wie stark es bei der Nutzung hinsichtlich des Abriebs und der Trittreibung beeinflusst wird. So können die Fliesen bestimmten Einsatzbereichen zugeordnet werden – die Anforderungen sollten daher bei der Fliesenwahl eine Rolle spielen. Eine detaillierte Beschreibung der Abriebgruppen findest Du beispielsweise beim Industrieverband für keramische Fliesen + Platten e.V.

Rutschhemmklassen

Je nach Einsatzbereich ist es wichtig, einen Blick auf die jeweilige Rutschsicherheit einer Bodenfliese zu werfen. In Nassbereichen sollte beispielsweise für eine höhere Rutschhemmung gesorgt werden, da die Gefahr auf nassem Grund auszurutschen höher ist. Höhere Rutschsicherheit wird durch eine rauere Oberfläche erreicht.

Nachteile höherer Rutschhemmklassen: Der Reinigungsaufwand wird durch die rauere Oberfläche der Fliese vergrößert.

Woher bekomme ich Fliesen?

Fliesen sind in Baumärkten oder im Fliesenfachmarkt erhältlich.
Einen geeigneten Experten in Deiner Nähe findest Du mithilfe der Experten-Suche auf roomido.

Reinigung und Pflege

Wie Du oben gesehen hast, gibt es viele verschiedenen Fliesenarten aus unterschiedlichen Materialien. Jedes Material hat hierbei spezifische Eigenschaften, die eine individuelle Reinigung und Pflege benötigen. Beachte daher die Pflegehinweise, die sich auf der Verpackung der Fliesen befinden oder frage bei Unklarheiten direkt beim Hersteller nach.
Tipp: Vor allem bei Natursteinfliesen ( wie Marmor) können besondere Reinigungshinweise vorliegen, um den Stein nicht zu beschädigen.

Generell lässt sich sagen, dass die keramische Oberfläche von Fliesen durch die hohen Brenntemperaturen recht strapazierbar ist und gut versiegelt wird. Solange die Fliesenoberfläche bruchfrei ist, bleibt der Dreck oberflächlich und dringt nicht ins Flieseninnere ein. Unterschieden wird bei der Reinigung zwischen der Erstreinigung, der Unterhaltsreinigung und der Grundreinigung:

  • Als Erstreinigung wird die erste Reinigung der Fliesen direkt nach dem Verlegen bezeichnet. Ziel ist es, überschüssige Klebstoffreste und Fugenmasse zu entfernen. Der dünne Zementschleier ist hierbei nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Ein genauer Blick ist daher sehr wichtig. Werden Rückstände nicht sorgfältig entfernt, können sich Schmutzpartikel im Laufe der Zeit darauf absetzen, die Oberfläche der Fliesen ähnlich wie bei Schmirgelpapier anschleifen und die Optik der Fliesen damit zerstören.

Die erste Reinigung sollte daher mit einem professionellen Zementschleierentferner erfolgen, der speziell auf die Entfernung von Zementresten, Fugenmörtel und Kalkablagerungen ausgerichtet ist. Ein Zementschleierentferner ist eine säurehaltige, wässrige Lösung, die z.B. im Baumarkt, Fachhandel oder im Internet erhältlich ist. Beachte hierbei jedoch unbedingt, dass es Fliesen und Beläge gibt, die säureempfindlich sind (Naturstein).

Beachte: Jedes Reinigungsmittel sollte vor der großflächigen Anwendung auf einer nicht sichtbaren Stelle getestet werden, zum Beispiel einer uneinsichtigen Ecke. Wichtig zu beachten ist zudem, dass die Fugenmasse bei der Erstreinigung noch feucht und nicht ausgehärtet sein kann. Du musst daher sehr vorsichtig vorgehen, damit Du die Fliesenwand nicht zerstörst. Für Natursteine wie Marmor gibt es spezielle Reiniger, die nicht auf Säurebasis bestehen.

  • Die Unterhaltsreinigung bezeichnet die regelmäßige Reinigung zum Entfernen der Alltagsverschmutzungen. In der Regel sind dies leichte Verschmutzungen, die mit einem Mikrofasertuch oder einem Feudel und lauwarmen Wasser entfernt werden können. Hartnäckige Flecken können durch spezielle Reinigungsmittel wie z.B. ein Feinsteinzeugpflegereiniger entfernt werden, die speziell auf die Materialbedürfnisse abgestimmt sind.

Vermeiden solltest Du wachshaltige Reinigungsmittel wie bspw. Geschirrspülmittel. Denn Wachs kann auf Fliesen eine klebrige Schicht hinterlassen, die auf Dauer die Optik zerstört und Dreck auf den Fliesen bindet.

  • Eine Grundreinigung dient der intensiven Entfernung hartnäckiger Verschmutzungen wie angetrocknetem Kalk oder größerer Fettschichten. Zum Einsatz kommen können Scheuerpulver, Bürsten und Spezialreiniger. Auch hier gilt, dass die eingesetzten Pflege- und Reinigungsmittel auf unsichtbaren Flächen getestet werden sollten. Spezielle Reinigungsgeräte wie z.B. ein Dampfstrahler erleichtern die Arbeit.

Vorbereitungen zum Verlegen

Bevor Du mit der Verlegung von Fliesen starten kannst, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Hierbei ist es egal, ob Bodenfliesen oder Wandfliesen verlegt werden sollen, denn der Untergrund bietet die Grundlage für eine langlebige Gestaltung. Generell gilt, dass der Untergrund sauber, trocken, eben, rissfrei und tragfähig sein muss.

Die folgende Anleitung soll Dir bei der Vorbereitung helfen:

  1. Reinige den Untergrund. Die Grundlage für Bodenfliesen ist meist ein Estrich oder Holzplatten in älteren Gebäuden. Mit bestimmter Vorbehandlung können neue Fliesen auch auf dem alten Fliesenspiegel verlegt werden. Entferne zuerst Staub, losen Dreck und alle anderen Flecken.
  2. Sorge dafür, dass der Untergrund schwingungsfrei und fest ist. Am stärksten sind Holzuntergründe betroffen, da das natürliche Material biegsam ist und arbeitet. Wenn Du Dir unsicher bist, frage am besten einen Fachmann.
  3. Entferne Risse und Unebenheiten. Risse und Löcher im Boden und auf Wänden können mit (Fliesen-)Spachtelmasse geschlossen werden. Anschließend werden unebene Stellen (Dellen im Boden) mit einer Bodenausgleichsmasse bearbeitet. Auf großen Bodenflächen kannst Du diese mit einem Gummiwischer verteilen. Wände können mit Tiefengrund bearbeitet werden, welches u.a. zur Verfestigung der Wände dient. Beachte hierbei die Angaben zu den genauen Trockenzeiten auf der Herstellerverpackung. Das Trocknen kann besonders am Boden mehrere Tage in Anspruch nehmen und muss daher unbedingt in Deine Zeitplanung einkalkuliert werden.
  4. Unebenheiten, die durch das Auftragen der Spachtelmasse und der Ausgleichsmasse am Boden entstanden sind, vorsichtig nach dem Trocknen mit einer Bodenschleifmaschine entfernen. Abschließend erneut Staubpartikel und Schmutz entfernen.
  5. Nun kannst Du mit dem Verlegen der Fliesen beginnen.

Die Fuge – Definition, Fachbegriffe und Tipps

Als Fuge wird der Zwischenraum zwischen den einzelnen Fliesen bezeichnet. Denn weder die Bodenfliese noch Wandfliesen sollten direkt aneinander anschließen. Der Grund: Bei einer fugenlosen Verlegung können Spannungen oder Krafteinflüsse nicht ausgeglichen werden. Die Folge sind Risse und aufgeplatzte Oberflächen. Zudem dienen Fugen der Hygiene. Denn durch das Einbringen der Fugenmasse wird verhindert, dass sich Bakterien und Schmutz in den Zwischenräumen absetzen können. Fliesenfugen sind somit ein notwendiges Mittel um mögliche Krafteinwirkungen großflächig zu verteilen und mögliche Abmessungsdifferenzen bzw. unschöne Fliesenränder unsichtbar zu machen.

Auch als Gestaltungsmittel können Fugen genutzt werden, denn es gibt diverse Farbtöne aus denen gewählt werden kann. In Abhängigkeit zur Fliese sollte der Ton abgestimmt werden, um entweder ein homogenes oder besonderes kontrastreiches Fliesenbild zu erreichen.

Lexikon der Fugen-Fachbegriffe
Im Folgenden ein paar Fachbegriffe zum Thema „Fliesenfugen“:

  • Anschlussfuge

Als Anschlussfuge wird der Übergang zwischen Boden und Wand oder zwischen Wand und Einrichtungselementen wie z.B. einem Waschbecken, Fenster oder Dusche bezeichnet. Die dauerelastische und wasserdichte Abdichtungsmasse wird mit einer Kartusche in die Fuge aufgetragen. Achtung: auch hier kann der Farbton abgestimmt werden!

  • Dehnungsfuge

Fliesen können auf Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen mit Dimensionsänderungen reagieren. Sprich: Sie können sich in Länge und Breite ausdehnen. Ist kein Platz zum Ausdehnen vorhanden entstehen Risse oder Fliesenbrüche. Das gleiche gilt für den Estrich.
Um dies von vornherein auszuschließen, werden Dehnungsfugen eingefügt. Sie unterbrechen die Belagfläche und werden mit einer dauerelastischen oder plastischen Dichtungsmasse, -blechen oder Fugenprofilen verschlossen.

  • Flexfuge

Diese Art der Verfugung wird verwendet bei Wandfliesen und Bodenfliesen, die speziellen Belastungen (z.B. Bodenheizung) oder stärkeren Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Sie sind in verschiedenen Farbtönen erhältlich und bestehen im Verhältnis zu einem recht geringen Zementanteil aus einem hohen Kunststoffanteil und Farbpigmenten. Dies macht die Fuge recht flexibel und anpassungsfähig gegenüber den möglichen Belastungen.

  • Scheinfuge

Auch Sollrissfugen genannt. Die Scheinfuge ist eine Schiene, die vorsorglich in Bereichen verlegt wird, in denen zukünftig Risse entstehen können. Entlang dieser Schiene werden unvermeidbare Risse kontrolliert und planmäßig vorgegeben. Dadurch wird eine außerplanmäßige Beschädigung der Belagfläche verhindert.

  • Schnellfuge

Wenn es mal schnell gehen muss – Eine Schnellfuge ist ein schnell abbindender Fugenmörtel, der innerhalb weniger Stunden trocknet und die notwendigen technischen Werte zur Weiterbearbeitung erreicht. Große Flächen werden so schneller wieder begehbar.

  • Silikonfuge

Masse auf Basis von Silikon und Dichtstoffen, die wasserabweisend und schlecht elektrisch leitend ist. Silikonfugen werden vor allem in Feuchträumen wie der Küche, dem Badezimmer oder in Haushaltsräumen verwendet. Aber auch Erschütterungen zwischen starren Materialien im Sanitärbereich (z.B. zwischen Wandfliesen und Waschbecken) können durch das elastische Silikon abgefangen werden.


Welche Fuge zu welcher Fliese?
Wie oben bereits erläutert, hat jede Fliese ihre Eigenart. Nicht jeder Mörtel ist für jede Fliesenart geeignet. Hier ein Überblick, welche Fliesen mit welchem Fugenmörtel verfugt werden sollten.

Naturstein verfugen: Naturstein ist ein sehr sensibles Material, da es normalerweise unversiegelt ist und eine recht poröse Oberfläche hat.
Kommt er beim Verlegen zu lange mit Flüssigkeit in Verbindung, kann es zu Verfärbungen kommen. Das anfänglich schöne Erscheinungsbild der Fliesen geht verloren. Benötigt wird ein spezieller, weißer Natursteinmörtel, der schneller aushärtet. Beachtet werden muss hierbei jedoch, dass durch die verkürzte Trocknungszeit schneller und sauberer gearbeitet werden muss.

Feinsteinzeug verfugen: Auch Feinsteinzeugfliesen dürfen nicht mit einem herkömmlichen Mörtel verfugt werden, da es schnell zu Verfärbungen kommen kann. Die zu verwendende Mörtelsorte hängt stark von der polierten oder unpolierten Strukturoberfläche ab. Im Fachhandel werden spezielle Kleber für Feinsteinzeug angeboten. Generell sollte bei der Verlegung von Feinsteinzeugfliesen ein Fachmann zur Rate gezogen werden.

Glasfliesen und Mosaike: Glas besitzt eine sehr glatte Oberfläche. Daher ist es wichtig, dass der Untergrund rutschfest, sauber und trocken ist. Die Grundierung muss hierbei ganz eben sein, damit keine Unregelmäßigkeiten durch das Glas hindurch scheinen können. Das Verfugungsmittel sollte außerdem keinen Quarz enthalten, da dieser die Glasoberfläche schnell zerkratzen kann.

Erste Hilfe bei Rissen

Auch die härtesten Fliesen können reißen. Damit kein Schmutz oder Wasser in die Fliesen eindringt, noch größere Risse oder gar teure Folgeschäden entstehen, sollten Schäden kurzfristig beseitigt werden. Wie’s funktioniert ohne die gesamte Fliesenwand zu erneuern erklären wir hier.

Möglichkeiten zum Reparieren

  • Epoxidharz (kurz Epoxi-Kleber) ist ein Harz, das unter Zugabe von Zusatzstoffen zu einem nicht mehr verformbaren Kunststoff reagiert (duroplastisch). Der Harz eignet sich bei der Fliesenreparatur vor allem zur Behebung von Schäden wie Abplatzern und größere Brüche. Ein Nachteil: Epoxidharz kann Allergene enthalten und beim Kontakt mit der Haut Reizungen hervorrufen. Spezielle Handschuhe sind daher ein Muss.
  • Zweikomponentenkleber

Auch 2K-Kleber genannt. Dieser Klebstoff besteht aus Harz und Härter. Der Harz fungiert hierbei als Bindemittel, der in Verbindung mit dem Härter zu einer schnell härtenden Klebeverbindung reagiert. Es wird empfohlen, den Komponentenkleber in einem transparenten Zustand zu kaufen und ihn anschließend mit Farbstoffen passend zur Fliesenfarbe einzufärben. Er eignet sich für etwas tiefere Bruchstellen, da auch Spalten überbrückt werden können und so tief in den Riss eindringt.

  • Reparaturlack und Reparaturstift

Reparaturlack, der oft als Reparaturstift erhältlich ist, ist ein Reparatur-Spachtellack. Erhältlich ist dieser überwiegend in der Farbe Weiß und kann mit Farbpigmenten entsprechend an die Wand- und Bodenfliese angepasst werden.
Kleiner Tipp: Farbpigmente können ganz einfach durch den Abrieb von Buntstiften gewonnen werden. Den Lack dünn auf den Riss auftragen und trocknen lassen. Wenn nötig nach dem Trocknen eine weitere Schicht auftragen.
Zudem gibt es Reparaturstifte, die sowohl eine Füllmasse als auch einen Decklack beinhalten. Sie eignen sich vor allem für die Reparatur von abgeplatzten Oberflächen und kleineren, oberflächlichen Rissen.

  • Fliesen-Reparatur-Kit

Ein Reparatur-Kit enthält alles, was zum Reparieren von Kratzern, Oberflächenschäden oder Bohrlöchern benötigt wird. Hierzu gehören u.a. Bürsten, Spachtel, diverse Reinigungslösungen, Füllmittel und Farbe sowie Fliesenlack. Aufgrund der vielen Bestandteile ist ein solches Kit recht hochpreisig und eignet sich weniger für kleinere, vereinzelte Schäden. In den Anwendungsbereich fallen eher größere Schäden z.B. durch das Bohrlöcher in Fliesen.

Tipp zur Auswahl: Um das richtige Mittel zur Reparatur zu finden, einfach ein Foto von der Wand- oder Bodenfliese machen und zur Beratung mit in den Baumarkt nehmen.

Checkliste – was Du benötigst

  • Lappen
  • Alkohol bzw. Waschbenzin
  • Malerkrepp
  • einen Föhn
  • Kunststoff-Spachtel
  • Kleber (siehe oben)
  • ggf. Schleifpapier

Vorgehensweise bei feinen Haarrissen

  1. Grundlage für eine erfolgreiche Reparatur ist eine saubere, öl- und fettfreie Fliesenoberfläche. Reinige die Fliesen daher zuerst mit einem Tuch und Alkohol/Waschbenzin.
  2. Anschließend mit einem Föhn trocknen.
  3. Um den Rand des zu behandelnden Risses bzw. die kaputte Stelle Malerkrepp kleben. Dies dient einerseits der Markierung andererseits kann schneller und sauberer gearbeitet werden.
  4. jeweiliges Klebemittel (z.B. Reparaturstift) und Lack nach Packungsanleitung anwenden.
  5. Überstehende Klebereste mit einem Kunststoff-Spachtel oder Schleifpapier entfernen. Bei diesem Schritt bitte genau die Produktanleitung lesen, da es von Produkt zu Produkt Unterschiede in der Anwendung und Vorgehensweise geben kann.

Vorgehensweise bei größeren Rissen oder Absplitterungen

  1. Grundlage für eine erfolgreiche Reparatur ist auch hier eine saubere, öl- und fettfreie Fliesenoberfläche. Reinige die Fliesen daher zuerst mit einem Tuch und Alkohol/Waschbenzin.
  2. Anschließend mit einem Föhn (!) trocknen
  3. Bei der Anwendung von Fliesenkleber: Kleber auf den Riss oder den abgeplatzten Bereich auftragen und vorsichtig mit einem Kunststoffspachtel glätten. Bei der Anwendung von Spachtelmasse: Die Spachtelmasse nach Anleitung anrühren und mit einem Spachtel auf die Kachel auftragen. Nach der Trockenzeit z.B. mit Schleifpapier vorsichtig glätten.
  4. Abschließend mit Lack oder Reparaturstift lackieren.

Bei der Anwendung von Epoxidharz:

  1. Fliesenoberfläche mit Alkohol oder Waschbenzin reinigen
  2. mit einem Föhn trocknen
  3. Die zu behandelnden Stellen vorsichtig mit Schmirgelpapier anrauen
  4. an einer kleinen Stelle testen, ob die Reparaturmasse an den Fliesen hält, da nicht alle diese Art der Reparatur annehmen.
  5. Die erste von zwei Schichten Harz auftragen, trocknen lassen und leicht anschleifen. Anschließend die zweite Schicht auftragen und ebenfalls trocknen lassen.

Entsorgung der alten Fliesen

Fliesenreste zählen in die Kategorie Bauschutt. Sie gehören nicht in die Restmülltonne, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden. Unter Bauschutt versteht man Abfallstoffe wie Beton, Mauersteine, Dachziegel oder Fliesen, die beim Neubau von Häusern, beim Abriss oder bei der Renovierung anfallen. Je nachdem wie viel Schutt anfällt, kann für diesen ein Bauschuttcontainer angemietet werden oder geringere Reste in einer staubdichten Verpackung beim Abfallwirtschaftshof abgegeben werden. Für eine Privatabgabe ist meist nur eine gewisse Menge erlaubt, wie eine PKW-Ladung oder ein Anhänger voll. Informiere Dich am Besten bei deiner Gemeinde, da das Vorgehen und die Annahmestellen von einzelnen Gemeinden variieren können.

Inspirationen und Ideen für Fliesen

Zu entdecken gibt es in der Welt der Fliesen viel. Finde hier inspirierende Möglichkeiten und Tipps zur Wohnraumgestaltung mit Fliesen. Ob Bodenfliesen in Holzoptik, Metrofliesen oder Mosaikfliesen für die Wand, sie alle warten darauf, von Dir entdeckt zu werden.

Das könnte dich auch interessieren
Ein Kamin für die Gemütlichkeit
Kamine und Öfen sind zu dieser Jahreszeit besonders gefragt. Finde hier heraus, welcher Kamin für Dein Zuhause geeignet ist und was man bei der Anschaffung beachten sollte.
10
Mehr von Kristina
Spa-Feeling muss nicht teuer sein: Günstige Badmöbel unter 250 Euro
Badmöbel tragen viel zur Wohlfühl-Atmosphäre zu Hause bei und müssen dabei nicht mal teuer sein. Freu dich hier auf günstige Badmöbel unter 250 Euro.
9
10 günstige Regale unter 50 Euro
Ein neues Regal muss her – schick aber günstig soll es sein? Wir präsentieren 10 günstige Regale unter 50 Euro, die wir uns liebend gern an die Wand "nageln".
11
Momentan beliebt
Expertin des Monats: MiMaMeise
Roomido-Expertin des Monats Juni: Wohnbloggerin und Schmuckdesignerin MiMaMeise.
4
1001 Nacht im L'Hôtel Marrakech
Diesen Sommer noch nichts vor? Dann haben wir genau das Richtige für euch: Dieses Hotel in Marrakesch erfüllt unsere Ansprüche an den perfekten Traum von 1001 Nacht.
3
Mehr zu Raumgestaltung
Schluss mit Chaos: 10 Tipps für eine organisierte Abstellkammer
Abstellraum = Kammer des Schreckens? Wir zeigen euch, wie ihr mit den richtigen Tricks für Ordnung in der Rumpelkammer sorgt!
1
Wohngemeinschaft mit Stil: 7 Tipps für ein chaosfreies WG-Leben
WG-Leben ohne Chaos – dafür mit viel Gemütlichkeit? Damit dies gelingt, haben wir 7 Tipps für eure Wohngemeinschaft zusammengetragen.
5
header
body