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Marike

Vom Abfallprodukt zum Trend-Material: Wohnen mit OSB-Platten

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Es muss nicht immer Massivholz sein: Wurde früher bei dem Wort „Spanplatte“ pikiert die Nase gerümpft, erlebt dieses Material momentan seine Blütezeit und ist gefragt wie nie. Wir zeigen euch, wie und wo OSB-Platten eingesetzt werden können und worauf ihr bei euren DIY-Projekten mit diesem Werkstoff achten solltet.

Ursprünglich ein Abfallprodukt der Sperrholzindustrie, mauserten sich Spanplatten zunächst zum Baumaterial für die Verkleidung von Innenräumen und Dämmung von Dächern. In den Siebzigern beliebt: OSB-Platten als rustikaler Bodenbelag.

Heute schmücken sie unbehandelt ganze Wohnungen. Genau der Grund, aus dem dieses Baumaterial früher überstrichen, tapeziert und versteckt wurde, sorgt jetzt für neue Ideen: Das charakteristische Aussehen dank grober Spanstruktur macht die ollen Spanplatte zum dankbaren – und bezahlbaren – Trend-Baumaterial.

OSB: Spanplatte ist nicht gleich Spanplatte

OSB-Platten (Oriented Strand Board), oder auch Grobspanplatten genannt, verfügen über ähnliche Eigenschaften wie Sperrholz. Aufgrund ihrer Haltbarkeit, Qualität und den günstigen Anschaffungskosten finden die Platten in vielen Bauprojekten innen wie außen Verwendung.

OSB: Materialeigenschaften:
Die Grobspanplatten sind aus langen, schlanken Spänen hergestellt. Diese sorgen zum einen für die charakteristische Optik der Platten, zum anderen tragen sie zur Stabilität bei. Ihre Biegefestigkeit – oder um im Baumarkt-Slang zu bleiben: „Formstabilität“ – unterscheidet sich durch die langen und schlanken Späne von normalen Flachpressplatten (auch als Spanplatten bekannt). Außerdem sind OSB-Platten deutlich schadstoffarmer als andere Holzspan-Produkte.

Doch ist Spanplatte nicht gleich Spanplatte: Gemäß der Norm EN 300 sind verschiedene Klassen des Baumaterials nach ihrer Feuchtebeständigkeit und mechanischen Eigenschaften definiert. Die verschiedenen Klassen sind entsprechend für unterschiedliche Einsatzorte geeignet:

  • OSB/1: Für den Innenausbau und Möbel – werden im Trockenbereich verwendet
  • OSB/2: Für tragende Zwecke – ebenfalls im Trockenbereich
  • OSB/3: Für tragende Zwecke – Verwendung im Feuchtebereich
  • OSB/4: Hoch belastbare Platten – für tragende Zwecke im Feuchtebereich

//Tipp: Da OSB/1 und /2 relativ anfällig für Feuchtigkeitsschäden sind, sollten sie nicht in Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel in Bad oder Küche) verwendet werden. Damit ihr lange Freude an dem Material habt, sollte hier OSB/3 und /4 zum Einsatz kommen.

In der Praxis: Gestalten und einrichten mit OSB-Platten

Durch ihr natürliches, rustikales Erscheinungsbild sind die Platten besonders bei Fans des Industrial Chics beliebt. In Kombination mit Chrom, Beton und rohen Backsteinwänden wirkt das Material besonders rustikal.

Aber auch Liebhaber des Skandinavischen Designs werden Gefallen an OSB-Platten finden: Mixt man die Grobspanplatten mit hellen Farben und klaren Formen fügen sie sich ganz wunderbar in den Wohnraum ein. Alternativ können die Platten auch hell gestrichen werden.

In unserer Bildergalerie siehst du viele Wohnbeispiele, in denen komplette Räume mit Grobspanplatten verkleidet wurden. Wer dem All-Over-OSB-Look etwas skeptisch gegenübersteht, tastet sich langsam an diesen Wohntrend heran: Einzelne Stücke wie Kommoden, Uhren oder OSB-Platten als Elemente zur Wandgestaltung verleihen deinem Zuhause einen industriellen Touch.

Werkeln mit OSB-Platten

OSB-Platten lassen sich ganz ähnlich wie Vollholz mit handelsüblichen Handmaschinen fräsen und sägen. Das Werkzeug sollte möglichst scharf sein um präzise arbeiten zu können. Aber auch ohne professionelles Werkzeug und Experten-Skills kann dieses Baumaterial verwendet werden. Dank ihres geringen Eigengewichts lassen sich die Platten je nach Materialstärke auch mit einer Stichsäge oder einem scharfen Cutter zurechtschneiden.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit diesem Material gesammelt? Dann teilt sie gern mit der Community!

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Kommentare (1)
Jasmin

Tolle Ideen, die du da zusammengestellt hast! :-)

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