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Herausforderung Anbau: Moderner Bungalow trifft auf Baudenkmal

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Ein unter Denkmalschutz stehendes Haus achtsam den räumlichen Bedürfnissen einer wachsenden Familie anpassen – keine leichte Aufgabe. Gemeinsam mit Architektin Alexandra Schmitz stellten sich Anja und Felix dieser Herausforderung, erweiterten ihr im Jahr 1914 erbautes Wohnhaus in den Hamburger Walddörfern um einen modernen Pavillonanbau.

Das Ehepaar hatte das Haupthaus 2010 erworben und renoviert, benötigte nach der Geburt seiner Tochter im Jahr 2013 jedoch dringend mehr Wohnraum: „Der Altbau verfügt über viele Fenster, Türen, Schrägen und ist dadurch nur sehr unflexibel nutzbar“, so der Bauherr. „Das Hamburger Denkmalschutzamt hat das erkannt und gab uns schnell grünes Licht für die Realisierung des Anbaus.“ Von Anfang an habe sich die Behörde aufgeschlossen und kooperativ gezeigt. „Das hat uns das Ganze enorm erleichtert.“

Prämisse der Denkmalschützer: Der Anbau sollte sich klar von der Architektur des Haupthauses abgrenzen, dieses jedoch nicht überschatten. Die Höhe des Nebengebäudes sollte zudem unterhalb der Dachtraufe des Altbaus liegen. Architektin Alexandra Schmitz vom Hamburger Architekturbüro ASDFG entwarf, den Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechend, einen verglasten, rund 1,5 Meter im Erdboden versenkten Anbau mit Dachbegrünung – im Sommer 2016 wurde das Projekt nach einer neunmonatigen Bauphase fertiggestellt.

„Die Absenkung funktioniert sehr gut – es entsteht ein großzügiger, heller Raum, ohne dass oberirdisch ein wuchtiges Volumen den Bestand beeinträchtigt. Was aus Sicht des Denkmalschutzes auch nicht genehmigungsfähig gewesen wäre“, so Schmitz. Die größte Herausforderung am Projekt? „Die Schnittstelle zwischen Neubau und denkmalgeschütztem Bestand – wir hatten hier geometrisch wenig Spielraum.“

Die rund 60 Quadratmeter Wohnfläche des Anbaus ergänzen die 100 des Haupthauses ideal: Während sich im Altbau nun Schlafzimmer, Kinderzimmer und Gästezimmer sowie zwei Bäder befinden, beherbergt der neue Flachbau eine großzügige offene Küche mit angrenzendem Essbereich und das neue Wohnzimmer mit Kamin. Im hinteren Teil des Gebäudes sind Gäste-WC und Vorratskammer untergebracht. Der Anbau ist sowohl vom Haupthaus als auch direkt vom Garten aus zu erreichen.

Die Deckenuntersicht befindet sich unterhalb der oberen Ränder der Fensterrahmen, sorgt so für eine besonders offene Raumwirkung: „Die Verglasung hat dadurch aus dem Innenraum gesehen vermeintlich keinen oberen Abschluss“, erklärt Schmitz. „Es entsteht der Eindruck, dass keine Trennung zwischen innen und außen besteht. Der Innenraum wirkt noch offener. Die weiße Deckenuntersicht scheint zu schweben – zusätzlich verstärkt durch die wenigen Stützen.“

Viel Tageslicht, viel Weiß, viel Holz und jede Menge Beton bestimmen den Look des neuen Wohnbereichs. Beim Boden entschieden sich Bauherren und Architektin für den widerstandsfähigen Spachtelbelag Pandomo Loft. Ausgesuchte Dekoobjekte und Designklassiker bilden einen angenehmen Kontrast zum Grau der verbauten Materialien.

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